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Kulturhauptstadt von unten

„Geben Sie uns den Schraubenschlüssel!“ proklamierte Holm Krieger zum Debattentag in der Stadthalle im Januar 2017. Das ist nun mittlerweile ein Jahr her. Die Frage ist jetzt, hat jeder und jede ein Werkzeug aus der Kiste bekommen und wird jetzt schon fleißig geschraubt?

Die Lenkungsgruppe ist gebildet, der Programmrat berufen, die Kulturbotschafter ausgewählt. Es geht los. In den kommenden Monaten des Jahres 2018 entsteht das Konzept der Bewerbung von Chemnitz als Europäische Kulturhauptstadt 2025. Es gilt die Fragen des BID BOOK zu beantworten und damit die Jury zu begeistern. Doch auch die Bürger und Bürgerinnen dieser Stadt müssen für die Idee gewonnen werden und es reicht am Ende nicht, dass wir alle nur Beifall klatschen oder uns beschweren. Wer die Chemnitzer Kulturschaffenden kennt, weiß, dass sie mehr geben wollen als nur Worte und Lippenbekenntnisse.

Über die Mikroprojekte wurde ein tolles Instrument geschaffen sich einzubringen und Teil der Bewerbung zu sein. Doch es gab auch die vielversprechende und laut artikulierte Vision einer Bürgerbeteiligung. Ein Verein, der Freundeskreis Chemnitz 2025 e.V., hat sich im Sinne dieses Geistes gegründet und trifft sich seit einigen Monaten alle zwei Wochen, um Ideen zu entwickeln und diese zu diskutieren. Es ist aber alles irgendwie noch eine Wolke –  sowohl die Arbeit des Programmrats als auch die aktive Einbindung der Bürger und Bürgerinnen in den Bewerbungsprozess. Die Zeit ist reif, dass sich diese Undurchsichtigkeit lichtet und sich Beteiligungskonzepte manifestieren und endlich greifbar werden.

Dieser Blog soll ein Kommunikationsorgan sein und über Aspekte der Kultur in unserer Stadt, Ideen der Kulturhauptstadtbewerbung sowie der damit verbundenen Wünsche und Chancen berichten. Außerdem soll er dazu beitragen, ein Beteiligungsmodell für Bürger und Bürgerinnen an dem Prozess Kulturhauptstadtbewerbung zu finden. Jeder und jede ist eingeladen, sich daran zu beteiligen.

Gemeinsam. Unabhängig. Durch Euch. Von unten.

Kulturhauptstadt von unten

Kulturhauptstadt, was für ein schöner Begriff. Auf ihn lassen sich sehr viele Wünsche, Träume und vielleicht auch Utopien projektieren. Darauf scheinen die Kulturschaffenden unserer Stadt gewartet zu haben.

Wer sich inhaltlich an der Konzipierung der Bewerbung beteiligen will, muss in den Programmrat, das Herz der Kulturhauptstadtbewerbung. Wer nicht das Glück hatte, als Mitglied dieser Kommission berufen worden zu sein, sucht nach einer Möglichkeit, sich trotzdem zu engagieren.

Wir schlagen vor, einen dezentral organisierten, ohne Einfluss einer städtischen Verwaltungsstruktur wirkenden Organismus mit dem Ziel zu etablieren, inhaltlich und konzeptionell an der Bewerbung bzw. dem damit verbunden Verständnis als Kulturhauptstadt mitzuwirken. Dieses Konstrukt ist nicht als Konkurrenz zum Programmrat oder gar als Alternative zu denken, sondern als Ergänzung. Wir machen Kulturhauptstadt von unten!

Die Abwesenheit einer gesellschaftlichen Utopie ist eines der größten Defizite der neoliberalen Gesellschaft. Wie wollen wir 2025 leben, in den Städten, in Europa, in der Welt? Chemnitz hat keinen Ruf zu verlieren, also muss die Stadt auch nicht scheuen, utopisch zu denken. Modellstadt für gesellschaftliche Utopien. Lasst uns auf die Suche danach gehen, Ideen skizzieren, darüber diskutieren oder modellhaft visionäre Gedanken vermitteln.

 

Published inDiskussionsbeitrag

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